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12 vermeidbare Grillfehler, die wir alle schon mal gemacht haben

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Von: Sandra Keck

Julian und Hannes von den SizzleBrothers im Livestream vor einem leckeren gegrillten Stück Fleisch
Julian (links) und Hannes (rechts) von den SizzleBrothers im Gespräch mit Einfach Tasty, über Grillfehler und das perfekte Steak. (Symbol) © SizzleBrothers

Angrillen leicht gemacht - mit Tipps direkt von den SizzleBrothers

Die Tage werden länger und es wird wärmer, denn der Frühling ist endlich da. Spätestens, wenn der erste Grillduft der Nachbarhäuser in der Luft liegt, hast du bestimmt wieder Lust, selbst loszulegen. Das ist aber leichter gesagt als getan, wie uns die Grillprofis Julian und Hannes beweisen. Die beiden betreiben mit zwei weiteren Freunden den bekannten Grillblog SizzleBrothers. Dort nehmen die vier Jungs aus Hannover ihre Fans mit in die moderne BBQ-Welt. Egal ob leckere Grillrezepte oder informative Livestreams: Hier geht es um die Wurst beziehungsweise um das Steak.

Mit Julian und Hannes haben wir neulich über die krassesten Fehler gesprochen, die uns auch schon häufig beim Grillen eines Steaks passiert sind. Hier sind ihre wertvollen Tipps und Tricks, die wir ab sofort umsetzen werden. Und wer weiß: Vielleicht hast du nach dem Artikel auch direkt Bock und bindest dir eine Grillschürze um?

1. Du verwendest den falschen Grill

Holzkohle als Mittel der Wahl zum Grillerfolg. Ein Holzkohlegrill mit Aluminiumfolie auf der die Holzkohlebriketts liegen.
Hier wird richtig eingeheizt! Bist du Holzkohlegriller oder eher im Team Gasgriller? © Gottfried Czepluch/IMAGO

Grundsätzlich macht es geschmacklich keinen Unterschied, ob ein Stück Fleisch auf einem Gas- oder Holzkohlegrill gebrutzelt wird.

SizzleBrothers

Natürlich kannst du den Grill verwenden, der dir am meisten zusagt und auch zu deinen Räumlichkeiten und deinem Geldbeutel passt. Die SizzleBrothers erklären: „Grundsätzlich macht es geschmacklich keinen Unterschied, ob ein Stück Fleisch auf einem Gas- oder Holzkohlegrill gebrutzelt wird.“ Denn was viele nicht wissen: Hitze ist an sich geschmacksneutral.

Wichtig für die Wahl des Grills ist jedoch die vorhandene Zeit für das Grillen. Bist du eher spontan und feuerst auch nach Feierabend mal eben kurz den Grill an? Dann eignet sich ein Gasgrill perfekt. Wenn du richtig Lust hast, dir am freien Wochenende viel Zeit für das Grillen zu nehmen, ist Holzkohle die erste Wahl. Nicht zuletzt, weil du Feuer machen und damit auch deine Nachbar:innen etwas ärgern kannst.

2. Du grillst auf zu kleiner Flamme

Thermometer an einem Gasgrill
Beim Grillen ist die richtige Temperatur für das Ergebnis entscheidend. (Symbol) © stock&people/IMAGO

Entscheidend für „die“ richtige Temperatur ist die gewählte Grilltechnik. Hannes merkt an: „Für Fans des indirekten Grillens, mit Deckel, ist 150 °C im Inneren des Grills ohne direkte Flamme die perfekte Temperatur.“ Egal ob Steak oder Fisch, diese Temperatur passt immer. Ansonsten gilt: Beim Anbraten von Fleisch sollte es heiß sein. Je heißer, desto besser, denn ein leckeres Steak will scharf angebraten werden. „Durch scharfes Angrillen bei hohen Temperaturen entstehen leckere Röstaromen. Und bei konstant hoher Hitze kann die Garzeit des Steaks auch besser eingeschätzt werden“, fügt Julian hinzu.

Ein kleiner Tipp, den du auf eigene Gefahr ausprobieren kannst, wenn du kein Thermometer zur Hand hast: Hand auf Höhe des Grillrosts über die Glut halten und von Eins aufwärts zählen. Wenn du die Hand noch vor der Zahl Drei wegziehen musst, ist die perfekte Temperatur für leckere Steaks erreicht.

Abschließend bestätigen die SizzleBrothers: „Letztendlich ist die Grilltechnik entscheidend: Entweder scharf anbraten bei hoher Hitze, dabei nur einmal wenden und anschließend bei niedriger und indirekter Hitze gar ziehen lassen. Oder bei gleichbleibender mittlerer Temperatur das Steak bis zum gewünschten Gargrad, unter ständigem Wenden, grillen.“

3. Du meidest Fett im Fleisch

Rohes Rib Eye Steak umrahmt von Gewürzen auf einem schwarzen Steinhintergund
Zum Grillen optimal geeignet ist Fleisch, welches ein ausgewogenes Verhältnis von Fett zu Fleisch hat. © ingimage/IMAGO

Viele machen einen großen Bogen um Fett, weil sie versuchen, kalorienärmeres Fleisch zu nutzen. Beim Grillen lohnt es sich aber, Fleisch mit mehr Fett zu grillen. Das hat gleich zwei Vorteile: Fett ist ein echter Geschmacksträger und lässt das Steak noch viel besser schmecken. Hannes erklärt: „Ein Steak mit einem guten Verhältnis von Fett und Fleisch verzeiht auch den ein oder anderen Zubereitungsfehler. Ein mageres Stück Fleisch, wie beispielsweise Filet, kann schnell trocken werden, wenn die Zubereitung nicht passt.“ Julian ergänzt, dass das Fett nicht zwangsläufig mitgegessen werden muss. Gute Einsteigersteaks sind übrigens Rumpsteaks oder Rib-Eye-Steaks.

Auch der Reifegrad des Fleischstücks ist für ein leckeres Grillergebnis und den Geschmack ausschlaggebend. „Ob ein Fleisch gut abgehangen ist, kann man daran erkennen, ob es bei Fingerdruck nachgibt und das Fleisch erst langsam wieder seine ursprüngliche Form wiedererlangt.“, so Julian. Ein guter Reifegrad kann ausschlaggebend für ein besonders zartes und saftiges Steak sein.

4. Dein Fleisch ist zu dünn geschnitten

Ein großes Stück Fleisch mit Knochen wird mit einem Hackbeil in dicke Steakscheiben geschnitten.
Für ein gutes Ergebnis sollte ein Steak etwa 2–3 cm dick sein. © ingimage/IMAGO

Weniger ist mehr? Das gilt bei der Dicke eines perfekten Steaks nicht. Dein Steak sollte immer mindestens zwei Fingerbreit dick, was etwa zwei bis drei Zentimetern entspricht, geschnitten sein. Der Grund dafür ist einfach: „Ein üppiges Steak verzeiht den ein oder anderen unachtsamen Moment, da es nicht zu schnell durchgebraten ist.“, so die SizzleBrothers.

5. Du überdeckst den zarten Eigengeschmack des Fleisches mit zu vielen Gewürzen

Etwas Meersalz und eine Prise Pfeffer zum Schluss – mehr braucht es meistens nicht für den perfekten Fleischgenuss.

SizzleBrothers

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Eine scharfe Knoblauch-Curry-Rosmarin-Marinade mit 15 verschiedenen Zutaten ist bei dir ein Muss? Das können wir absolut nachvollziehen, denn wir lieben Gewürze und ohne Salz geht schon mal gar nichts. Beim Grillen ist weniger aber mehr und auch wir halten uns beim Würzen ab sofort zurück. Denn ein gutes Steak sollte auch nach Fleisch schmecken. Dafür sorgen unter anderem das im Fleisch enthaltene Fett und die Röstaromen durch den Grill. „Etwas Meersalz und eine Prise Pfeffer zum Schluss – mehr braucht es meistens nicht für den perfekten Fleischgenuss.“, bestätigen die SizzleBrothers.

6. Wenn schon Marinade, dann bitte auch mit genügend Einwirkzeit

Die SizzleBrothers sind große Fans marinierter Rinderhüftsteaks. Damit an das Fleisch gut Geschmack rankommt, sollte es aber mindestens 12–24 Stunden in der Marinade ziehen. Das funktioniert auch mit Nackensteaks und Co. sehr gut. „Wir würzen immer erst nach dem Grillen, denn grobes Meersalz fällt auch gerne mal vom Fleisch in die Glut.“, berichtet Hannes. Andere Gewürze, wie Kräuter oder Pfeffer verbrennen bei hoher Hitze schnell und schmecken dann verkohlt und bitter. Daher der Tipp von den Grillprofis: “Würze dein Steak nach dem Grillen – so hast du mehr davon.“

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7. Du verwendest das falsche Öl

Salatöl, welches in einem dünnen Strahl aus einem Krug gegossen wird
Öl kann man in der Marinade oder zum Einfetten des Grillrosts verwenden. (Symbol) © imago stock&people/IMAGO

Wenn du Öl beim Grillen oder für die Marinade verwendet, solltest du unbedingt auf den Rauchpunkt des Öls achten. Der Rauchpunkt dient als Richtwert dafür, welches Öl welchen Temperaturen standhalten kann. Fängt das Öl beim Erhitzen an zu rauchen, oxidieren dabei freie und ungesättigte Fettsäuren beispielsweise in Acrolein. Das Wort kann und muss sich keiner merken, aber eine kurze Erwähnung ist dennoch wichtig, weil Acrolein krebserregend ist und unbedingt vermieden werden sollte.

Daher schreiben wir uns alle folgende grobe Faustregel hinter unsere Ohren: Kaltgepresste Öle für die kalte Küche und raffinierte Öle fürs Brutzeln. Denn je gesünder (viele ungesättigte Fettsäuren) ein Öl ist, desto empfindlicher reagiert es auf hohe Temperaturen. Meistens trifft dies auf native und kaltgepresste Öle, wie Olivenöl, zu. Julians Tipp: „Zum Grillen und Braten eignen sich raffinierte Öle, wie geschmacksneutrale Pflanzenöle oder spezielle Woköle.“

8. Greifst du schon oder stichst du noch?

Eine Grillzange greift ein Rib Eye mit Grillmuster auf einem Gasgrill mit Feuer
Eine Grillzange ist ein unverzichtbares Universaltool beim Grillen. © stock&people/IMAGO

Ein Fleisch hoher Qualität verzeiht den ein oder anderen Piecks.

SizzleBrothers

Auch die Wahl der richtigen Grilltools ist am Ende entscheidend für den Genuss. Die Grillprofis sind im Team Grillzange, da „diese einfach vielseitiger eingesetzt werden kann“, so Julian. Dass Grillgabeln das Fleisch beim Einstechen zerstören und dadurch Fleischsaft austreten kann, ist richtig. Jedoch nicht zwangsläufig entscheidend darüber, ob das Steak zäh wird. Die SizzleBrothers sind sicher: „Ein Fleisch hoher Qualität verzeiht den ein oder anderen Piecks.“

9. Du wendest dein Fleisch zu früh

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Die Ungeduldigen unter uns müssen jetzt stark sein. Denn du sollst dein Steak erst wenden, wenn es sich selbstständig vom Grillrost löst. Wenn beim Wenden noch kleine Fleischstückchen kleben bleiben, war der Rost noch nicht heiß genug. Je heißer der Grill, desto schneller geht das.

10. Heißes Grillen schließt die Poren

Diesen Spruch haben wir alle schon gehört: Das Fleisch muss scharf angebraten werden, damit sich die Poren schließen. Aber hast du schon von einem Muskelporenriss gehört? Ne das heißt doch anders, oder? Richtig, denn Steaks werden aus Muskelfleisch geschnitten. Ein Muskel hat nur Fasern und eben keine Poren, wie beispielsweise unsere Haut. Daher vergessen wir alle diese Floskel lieber ganz schnell.

Ein saftig und rosa gebratenes Stück Fleisch, welches mit einem scharfen Messer in Scheiben geschnitten wird
Saftig und schön rosa in der Mitte. So muss ein perfektes Steak aussehen. © Benjamin Horn/EIBNER/IMAGO

11. Du gibst deinem Fleisch keine Auszeit nach dem Grillen

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Dein Fleisch braucht ein Time-Out nach dem Grillen und vor dem Anschneiden. So verteilen sich die Fleischsäfte im gesamten Fleisch und es bleibt saftig. „5 Minuten Pause sind optimal“, sagt Julian. Damit dein Steak während des Ruhens nicht zu stark auskühlt, solltest du es auf vorgewärmten Tellern servieren und genießen.

12. Und der Alman-Klassiker: Du löschst dein Fleisch mit Bier ab

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Im Zweifel soll man sich das Bier lieber in den Hals kippen, wenn man auf den Biergeschmack steht.

Julian

Das Grillgut mit Bier ablöschen für mehr Geschmack – wer hat es nicht schon gemacht? Dass das ein absolutes No-Go mit keinerlei Benefits ist, bestätigen auch die SizzleBrothers im Gespräch: „Die Bierdusche sorgt, wenn überhaupt, nur dafür, dass Asche im Holzkohlegrill aufgewirbelt wird und es fürchterlich stinkt – trägt aber kaum als Geschmacksgeber bei. Eine Marinade bringt da deutliche mehr.“ Julian scherzt: „Im Zweifel soll man sich das Bier lieber in den Hals kippen, wenn man auf den Biergeschmack steht.“

Tipp von den SizzleBrothers: Einfache Biermarinade

Julian kennt das Rezept in- und auswendig: „Nackensteaks in eine Schale legen und vollständig mit Bier bedecken. Bei den Gewürzen entscheidet ganz der individuelle Geschmack. Paprikapulver, Chiliflocken, Oregano oder etwas Ingwer wären denkbar. Die Gewürze geben letztendlich nur Nuancen ans Fleisch ab, da das Bier den Hauptteil übernimmt. Zugedeckt im Kühlschrank für mindestens 12, noch besser 24 Stunden ziehen lassen. Fleisch aus der Marinade nehmen und wie gewohnt grillen.“

Zusammen mit den SizzleBrothers grillen? Machen wir möglich.

Hannes und Julian von den SizzleBrothers stehen vor einem Grill und sind bereit diesen anzufeuern.
Grillen kann jeder! Wie es ganz einfach geht, zeigen Hannes (links) und Julian (rechts) von den SizzleBrothers im Livestream. © SizzleBrothers

Wir sind nach diesen wertvollen Tipps bereits viel zuversichtlicher, was die kommende Grillsaison betrifft. Trotzdem wollen wir die Jungs der SizzleBrothers, ihr Können am Grill und ihre Tipps auch mal in Aktion sehen. Du bestimmt auch, oder?

Sei ein Teil des BBQ-Live-Streams der SizzleBrothers in Kooperation mit Einfach Tasty. Am Samstag, dem 30. April 2022 ab 12 Uhr wird gestreamt und ab 13 Uhr der Grill angefeuert.

Schaltet den Stream ein. Wir freuen uns auf euch!

Julian

Die SizzleBrothers grillen mit dir zusammen ein leckeres Knoblauchbutter-Steak-Sandwich. Sie zeigen Schritt für Schritt, wie das perfekte Steak gegrillt wird. Dabei klären sie Steakmythen auf, stellen unterschiedliche Steakcuts vor und geben uns hilfreiche Tipps, wie wir auch als Newbies eine gute Fleischqualität erkennen können.

Wie du dabei sein kannst? Folge Einfach Tasty auf Instagram, um keines der Grillrezepte zu verpassen. Den Livestream erreichst du direkt über diesen Link.

Das Schlusswort gehört Julian: „Schaltet den Stream ein. Wir freuen uns auf euch!“

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Schau dir diese Doku der SizzleBrothers an, um mehr darüber zu erfahren, wie wichtig eine artgerechte Tierhaltung für hervorragende Fleischqualität ist:

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